EKOenergie startet eine Fashion-Kampagne

Die Modebranche treibt den Klimawandel stark an. Kunden fragen billige und moderne Kleidung nach, was zu einer Branche mit enormen Produktionsmaßstäben, langen Lieferketten und einer enormen Abfallproduktion geführt hat. EKOenergie kündigt hiermit den Start einer Modekampagne an, die den Textileinzelhandel ermutigen soll, dessen Umweltauswirkungen zu reduzieren. Der Kauf von Energie mit EKOenergie-Zertifizierung ist ein erster einfacher Schritt, um den gewaltigen CO2-Fußabdruck der Branche zu reduzieren.

26/03/19
Geschrieben von Cameron Boggon – Übersetzt von Amelie Oheim

Die Modebranche ist für rund 5% der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich, was sie zu einer der umweltbelastendsten Industrien der Welt macht. Dies kann zu einem Großteil auf den Aufstieg der sogenannten Fast Fashion zurückgeführt werden. Fast Fashion beschreibt ein Konzept der Herstellung und Vermarktung von Kleidungsstücken, welches die neusten Trends von Laufstegen so schnell und so billig wie möglich in die großen Kleidungsgeschäfte bringt. Unternehmen wie Hugo Boss, Tally Weijl, Triumph International, Nike und Adidas können Ideen von Designern innerhalb weniger Wochen in Massenkleidung umwandeln. Und das alles oft zu solch unwiderstehlich niedrigen Preisen.

Um dies zu erreichen, sind Modeunternehmen auf Mengenrabatte und unaufhörliche Kostensenkungsmaßnahmen angewiesen. Die Folgen davon sind riesige Mengen an Abfall, Umweltverschmutzung und schreckliche Arbeitsbedingungen für Fabrikarbeiter. In einem früheren Artikel, den wir hier auf unserer Website veröffentlicht haben, haben wir die enormen Umweltauswirkungen der Modebranche näher beschrieben.

Einige der verlässlichsten Studien gehen davon aus, dass die Modebranche weltweit einen Wert von 1,7 Billionen Dollar hat. Dies bedeutet, dass die Aspekte Treibhausgasemissionen, die Abladung chemischer Stoffe, die Erschöpfung des Bodens, die Wasserknappheit, die Freisetzung von Mikroplastik und die Entsorgung alter Kleidung, welche alle aus den Aktivitäten der Modebranche resultieren, in enormen Maßstäben passieren. Und all dies wird durch Marketingmaßnahmen von Fast-Fashion-Einzelhändlern und der unersättlichen Nachfrage nach billiger, modischer Kleidung angetrieben.

Wie kann EKOenergie helfen, die Modeindustrie umweltfreundlicher zu machen? Als Umweltzeichen für Energie möchten wir Unternehmen dazu ermutigen, saubere Energie zu kaufen – und die Modebranche ist ein bedeutender Verbraucher von Energie. Fabriken, die Stoffe herstellen, benötigen einerseits Wärme zum Waschen, Färben und Trocknen von Kleidung und andererseits Strom für den Betrieb von Maschinen und für Beleuchtung. Genauso benötigen Lagerhäuser und Outlet-Stores Energie für Heizung und Beleuchtung. Wenn die Branche ihren CO2-Fußabdruck wirklich reduzieren möchte, muss überall dort, wo Energie verwendet wird, auf erneuerbare Energien umgestellt werden.

Wir ermutigen Unternehmen dazu, die Umstellung auf erneuerbare Energien jetzt aktiv zu beginnen, und zwar von jeder Ebene ihrer Geschäftstätigkeit aus. Beispielsweise können Einzelhandelsgeschäfte sehr leicht erneuerbare Energie beziehen. In ähnlicher Weise können Lagerhäuser und Lagerhallen des Unternehmens leicht auf erneuerbare Energien umgestellt werden. All dies ist nur eine Frage der Initiative.

Ein ehrgeizigeres Ziel ist die Nutzung erneuerbarer Energien entlang der gesamten Lieferkette. Da Modemarken häufig Stoffe oder Dienstleistungen von verschiedenen Unternehmen zukaufen, ist die Umstellung der Lieferkette auf Grünstrom nicht ganz so einfach. Da jedoch 80% des Energieverbrauchs in der Modebranche auf Maschinen in Textilfabriken, die zur Herstellung von Stoffen verwendet werden, zurückzuführen ist, ist dieser Prozess auf lange Sicht absolut notwendig. Wir ermutigen Unternehmen dazu, ehrgeizig zu sein und sich langfristige und ambitionierte Ziele zu setzen. Da EKOenergie in über 40 Ländern der Welt verfügbar ist, können wir Unternehmen dabei unterstützen, diese Umstellung zu vollziehen.

Aktuelle Trends wie beispielsweise die Slow-Fashion-Bewegung liefern Beispiele dafür, dass und wie eine nachhaltige Modeindustrie erreicht werden kann. Unternehmen wie Kotn, Reformation und Howies zeigen, dass es möglich ist, modische Kleidung auf nachhaltige Weise herzustellen und dabei profitabel zu wirtschaften. Zu einer Reihe nachhaltiger Modeunternehmen, die bereits das EKOenergie-Label verwenden, gehören Ecoalf in Spanien, Carrera Jeans in Italien und Globe Hope in Finnland.

Obwohl es keine einfache Lösung für die Auswirkungen der Modebranche gibt, ist die Umstellung des Energieverbrauchs auf erneuerbare Energien definitiv ein Teil der Lösung. Wenn Sie für ein Modeunternehmen arbeiten und an unserer Modekampagne teilnehmen, um Ihre Umweltbelastung zu reduzieren, nehmen Sie bitte (unverbindlichen) Kontakt mit uns auf. Wenn Sie als Verbraucher umweltfreundlicher und nachhaltiger leben möchten, sollten Sie in Erwägung ziehen, Slow-Fashion-Mode zu kaufen und in Ihrem Zuhause EKOenergie-zertifizierten Strom zu verwenden.