Windenergie

Windturbinen

Windturbinen bündeln die mechanische Energie des Windes und wandeln sie zu Strom um. Der Wind bringt die Rotorblätter dazu, sich zu drehen. Letztere wiederum übertragen die Drehbewegung auf eine Rotorwelle, die mit einem Generator verbunden ist, der die Bewegungsenergie in elektrischen Strom umwandelt. Windturbinen können an Land oder in großen Küstengewässern (offshore), was sowohl große Seen als auch Meere miteinschließt, gebaut werden.

Laut der EWEA (Euro­pe­an Wind Energy Association; Europäischer Windenergieverband), gab es 2010 EU-weit 70.488 Onshore- und 1.132 Offshore-Anlagen. Durch den technologischen Fortschritt werden die Turbinen kontinuierlich größer und effizienter: Die gleiche Menge an Energie kann mit weniger Turbinen generiert werden.

Eine Onshore-Turbine durschnittlicher Größe, die im Jahr 2014 hergestellt wurde, kann jährlich mehr als 1500 durchschnittliche EU Haushalte mit Strom versorgen. Eine Offshore-Turbine durchschnittlicher Größe mit einer Leistung von 3.6 MW kann mer als 3.312 durchschnittliche EU Haushalte versorgen.

Derzeit (2014) ist die Entwicklung von Onshore-Windrädern wirtschaftlicher als die von Offshore-Anlagen. Allerdings werden, da die Offshore-Anlagen in einem größeren Maßstab hergestellt werden, die Preise hierfür in den kommenden Jahren sinken und die Offshore Windenergie in der Folge zunehmend wettbewerbsfähiger machen.

Laut EWEA sind momentan (2014) 19.5 MW an Windkraftkapazität pro 1000 km Landfläche in der EU installiert, mit den höchsten Dichten in Dänemark und Deutschland. Obwohl mittlerweile 25 der 27 EU Mitgliedsstaaten Windkraft nutzen, ist immer noch eine erhebliche Menge an Windkraftkapazität, in Ländern wie Frankreich, Großbritannien und Italien, verfügbar.

Die gesamte, Ende 2012 europaweit installierte Windkraftkapazität deckte 7% der jährlichen Stromnachfrage in der EU-27.

26% des in Dänemark produzierten Stromes werden aus Windkraft gewonnen. In Portugal und Spanien liegt der Anteil bei ca. 16%, gefolgt von Irland (12%) und Deutschland (11%).

Vorteile

  • Die Stromproduktion mittels Windenergie verursacht keine Treibhausgasemissionen. Eine Turbine liefert bis zu 80 mal mehr Energie, als die, die für den Bau, die Installation, den Betrieb, die Instandhaltung und die Stilllegung des Kraftswerks benötigt wird (Zahlen der EWEA). Die EWEA schätzt, dass im Jahr 2011 durch die Windkraft die Emission von 140 Millionen Tonnen CO2 in der EU verhindert worden sind, was gleichbedeutend damit wäre, 33% der Autos in der EU – 71 Millionen Fahrzeuge – von der Straße zu nehmen.
  • Im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen ist Wind als ‚Rohstoff‘ kostenlos und wird immer verfügbar sein.
  • Windkraftanlagen benötigen nur einen begrenzten Raum auf dem Boden, sodass die umliegenden Flächen z.B. für die Landwirtschaft genutzt werden können.
  • Die Bauzeit ist meistens sehr kurz – ein Windpark mit einer Leistung von 10 MW kann ohne Weiteres in zwei Monaten gebaut werden. Ein größerer Windpark à 50 MW kann in sechs Monaten errichtet werden.
  • Im Gegensatz zu Atomkraftwerken oder Anlagen, die fossile Brennstoffe nutzen, benötigen Windkraftwerke nur sehr wenig Wasser, um Strom zu erzeugen. In Anbetracht der Tatsache, dass Wasserknappheit bereits ein dringliches Thema ist, das sich durch Bevölkerungswachstum und Klimawandel in den kommenden Jahren weiter verschlimmern wird, stellt die Windenergie auch einen entscheidenden Faktor für die Erhaltung der Wasserressourcen dar.

Nachteile

  • Wind ist nicht konstant: Sowohl starke Stürme als auch völlige Windstille sind möglich. Wenn kein Wind da ist, produziert eine Windkraftanlage auch keinen Strom. Daher müssen Windanlagen mit Kraftwerken, die ihre Produktion der Nachfrage anpassen können (so wie Wasserkraft oder Biomasse) und Smart-Grid-Lösungen kombiniert werden.
  • Windkraftanlagen werden auch aufgrund ihrer Lärmbelästigung kritisiert. Lärmbelästigungen können allerdings leicht vermieden werden, indem ein angemessener Standort für die Anlagen ausgewählt und moderne Windkrafttechnologie bevorzugt wird. Sie können sich den 2009 durch den Amerikanischen und den Kanadischen Windenergieverband erstellten Bericht für weitere Informationen ansehen.
  • Ein weiterer Kritikpunkt ist die Landschafts’verschandelung‘ durch Windräder (als reine Geschmackssache lässt sich über diesen Punkt streiten). Auch dieses Problem kann durch das Auswählen von geeigneten Standorten gelöst werden. Die meisten EU Länder haben wichtige Landschaften, Schutzgebiete und Kulturerben ermittelt, was den den Stromproduzenten hilft, unaufdringliche Standorte für ihre Kraftwerke zu finden.
  • Windturbinen können Vögel und Fledermäuse beeinträchtigen. Wenn ein Kraftwerk achtlos an einem ausgewählten Platz errichtet wird, kann es die Vögel beim Nisten und bei der Nahrungssuche stören. Es kann auch die Vogelwanderung behindern und sogar Mortalität verursachen. Allerdings stellen die Todesfälle von Vögeln, die mit Windturbinen kollidieren, nur einen sehr geringen Anteil der menschengemachten Todesursachen von Vögeln dar. So ist etwa die Kollision mit Fahrzeugen oder Gebäuden ein weitaus größeres Problem für Vögel. Und wieder können auch diese Probleme durch die Wahl des richtigen Standorts für Windturbinen minimiert werden. Es ist darauf hinzuweisen, dass Windparks oft einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen werden. Dies stellt sicher, dass ihr Einfluss auf ihre unmittelbare Umwelt, einschließlich Fauna und Flora, sorgsam abgewogen wird, bevor mit dem Bau der Anlagen begonnen wird. Trotz ihres Einflusses auf Vögel sprechen sich sogar Vogelschutzorganisationen für die Windkraft aus. Zum Beispiel sind viele der Meinung, dass der Klimawandel die eindeutig größte Bedrohung für Vögel darstellt und Wind und Erneuerbare eine klare Lösung des Klimawandelproblems sind.

   Mehr über den Umwelteinfluss von Windkraft können Sie in diesem sehr detaillierten Wikipediaartikel nachlesen.

   EKOenergie stellt Kriterien für Windkraft und andere Erneuerbare auf. Energie, die von Windrädern, die sich in Schutzgebieten, Migrationsrouten oder Kulturerbegebieten befinden, erzeugt worden ist, kann nur als EKOenergie verkauft werden, wenn zuvor lokale Umweltschutzorganisationen konsultiert worden sind und der EKOenergievorstand darauf basierend die entsprechenden Anlagen genehmigt hat.