Wie EKOenergie Bachforellen hilft

16.08.2018

Geschrieben von Amelie Oheim

Ein Teil unseres Teams nahm am 8. August an einer Flussrenaturierung am Lohioja-Fluss (sogenannter Lachsbach) teil. Dieser befindet sich in der Nähe der Stadt Sajo im Gebiet des Tejo Nationalparks. Wir haben dort die Flussbetten neu gestaltet, sodass es der gefährdeten Bachforelle möglich ist, einen idealen Laichplatz zu finden.

Dieses Projekt wurde von Valonia, organisiert, einem Service-Center für nachhaltige Entwicklung und erneuerbare Energien. Unser EKOenergie-Umweltfonds hat es mitfinanziert, aber auch lokale Fischereiverbände beteiligten sich.

“Bachforellen sind besonders in Finnland vom Aussterben bedroht”, berichtete uns Janne Tolonen, Wasser-Experte bei Valonia. In den tiefen Flüssen können sie keinen passenden Laichplatz mehr finden, was zusammen mit starkem Abfischen der Grund für die aktuell äußerst geringe Zahl der Bachforellen ist. Nicht nur im Lohioja-Fluss, sondern auch in den Halikonkoji-Gewässern leben nur noch sehr wenige Forellen.

Rund 25 Personen nahmen an diesem Flussrenaturierungsprojekt teil, um die Biodiversität zu sichern. Vier Personen repräsentierten EKOenergie vor Ort. Es nahmen die unterschiedlichsten Personen teil, einerseits Umweltaktivisten, aber auch Personen, die noch nie an einem solchen Projekt teilgenommen haben! Wir hatten sehr viel Spaß, trotz den extrem aggressiven Ameisen und, nicht zu vergessen, den vielen Mücken.

“Durch eine Flussrenaturierung kann der Fischbestand wieder aufgebaut und somit die Biodiversität gestärkt werden.”, berichtete uns Jussi Aaltonen, ebenso Wasser-Experte bei Valonia. Da Forellen dazu neigen unter Steine zu kriechen oder hinter diesen Schutz zu suchen, füllten wir das Flussbett mit Steinen und Hölzern. In dem entstandenen flachen Flussabschnitt können Bachforellen nun leicht Laichplätze finden und ihre Fischbrut kann dort sicher aufwachsen. “Die Technik hinter einer Flussrenaturierung ist denkbar einfach.”, so Jussi Aaltonen, “Versucht, es so natürlich wie möglich aussehen zu lassen. Wenn nach 15 Jahren hier jemand vorbeikommt und nicht bemerkt, dass dieses Flussbett von Menschenhand gestaltet wurde, dann waren wir erfolgreich!”

Flüsse werden immer mehr zu gefährdeten Lebensräumen, und das für alle Organismen, die in ihnen leben. Früher transportierten Flüsse Regen- und Schmelzwasser von den Bergen und Feldern zum Meer. Über die Jahre jedoch nahm Landwirtschaft und Forstwirtschaft erheblich zu, was dazu führte, dass Bauern Flüsse ausgehoben und Drainagen angelegt haben, um ihre Felder besser zu trocknen. Dadurch entwickelten sich viele Flüsse zu tiefen Gräben, was zu einem Rückgang der heimischen Fischarten und Organismen führte.

Flüsse sind nicht nur für die Biodiversität sehr wichtig, sie erhöhen die Diversität der Landschaft und dienen Personen als Erholungsgebiet und als Fischereimöglichkeit.
Viele Projekte zielen auf die Wiederherstellung der Biodiversität in den finnischen Flüssen ab, beispielsweise Restaurationen am Vantaa-Fluss und in den Gebieten von Perniö und Halikko.

“Wir werden im Herbst, der Laichzeit von Bachforellen, an den Lohioja-Fluss zurückkommen und die Ergebnisse der Flussrenaturierung zu überprüfen.”, meinte Jussi Aaltonen. Wenn die Renaturierung effektiv war, kann später eventuell sogar wieder das Angeln am Lohioja erlaubt werden. Vorangegangene Flussrenaturierungen ähnlich wie diese waren erfolgreich, deshalb hoffen wir von EKOenergie, dass solche Projekte auch in anderen Ländern mehr und mehr stattfinden.