Durch den Umweltfonds finanzierte Projekte

Der EKOenergie Umweltfonds ist älter als das EKOenergie Netzwerk und das EKOenergie Label: Das EKOenergie Netzwerk hat einen bereits existierenden Fonds des alten finnischen Ökostromlabels, das von der Finnischen Vereinigung für Naturschutz verwaltet worden war, übernommen.

Seit 2009 hat der Umweltfonds insgesamt 666 000 Euro in die folgenden Projekte investiert:

  • Vihtijoki Flussrestaurierung, Südfinnland: 50.000€
  • Kaakon Jokitalkkari – Flussrestaurierungsprojekt in Südostfinnland: 10.000€
  • Murronjoki Flussreaturierung, Zentralfinnland: 73.000€
  • Saaristomeri Area River Restorations, South-West Finland 15.000€
  • Norina River Restoration, Latvia 4.000€
  • Mustionjoki-Projekt, Finnland: 150.000€
  • Projekt “Kleine Bäche werden zu großen Flüssen”, Flussrenaturierungen in Österbotten, Finnland: 100.000€
  • Wanderfischbestände in Kainuu, Finnland: 15.000€
  • Binnenforellen und -lachse im See Pielinen, Finnland: 5.000€
  • Forschungsprogramm über Flussregulierungen, Finnland: 150.000€
  • Renaturierung des Flusses Murronjoki, Finnland: 50.000€
  • Wiederaufbereitung der Laichgebiete des Flusses Vuoksi, Finnland: 50.000€
  • Erleichterung der Aalwanderungen im Fluss Göta Älv, Schweden: 44.000€

 

Vihtijoki Flussrestaurierungsprojekt – Südfinnland

EKOenergie finanziert 2016 Virho‘s Flussrestaurierungsprojekt mit einer Summe von 50.000 €. Das Projekt zielt darauf ab, den Vihtijoki-Fluss wiederherzustellen, sodass Lachse in ihm wieder leben und laichen können. Ein weiteres Ziel ist, den Vihtijoki-Fluss zum Modell für zukünftige finnische Restaurierungsprojekte zu machen.

In der Vergangenheit wurde der Vihtijoki-Fluss stark für die Holzbeförderung ausgeweidet und seine Nebenarme blockiert. Über die Jahre gab es viele Wasserkraftwerke, jedoch wurde das letzte kürzlich geschlossen, um die Erholung der Forellenpopulation zu erleichtern. Es besteht weiterhin die Notwendigkeit von 2 oder 3 Fischpässen im Fluss.

„Virho betreibt seit etwa zehn Jahren Flussrestaurierungen im Vihti-Fluss. Die Unterstützung von EKOenergie bringt die Rehabilitationsmaßnahmen jedoch auf ein neues Level. Praktisch heißt das, wir können ernsthaft damit beginnen, den Hauptstrom des Flusses wiederherzustellen.“ sagt Markus Penttinen von Virho.

2016 werden im Rahmen des Programmes die blockierten Nebenarme geöffnet, welche Steine in den Fluss tragen und so Unterschlupf für Jungfische bereitstellen, sowie Laichplätze mit Kies schaffen. Die Arbeit wird zu einem Großteil von Freiwilligen getan: „Wir haben bereits über 80 Tonnen Fels und Kies per Hand und Schlitten in die Wiederherstellungsstätten gezogen,“ sagt Penttinen. Diese harte Arbeit wird im Herbst belohnt werden, wenn der Lachs die wiederhergestellten Stellen zum Laichen finden wird.

Die Restaurierungen werden der Forelle, sowie anderen Fischarten und Krabben zugute kommen. In der Zukunft kann möglicherweise die stark bedrohte Süßwasserperlenmuschel in den Fluss zurückgebracht werden. Biodiversität steigt, wenn Nebenarme geöffnet werden und das Flussbett wird zu seinem natürlichen Zustand zurückkehren. Zusätzlich wird eine enge Zusammenarbeit mit Landbesitzern zu einer erhöhten Aufmerksamkeit bei der Wahl von wald- und landwirtschaftlichen Methoden beitragen, was ausschlaggebend für das Flussökosystem sein wird.

Die Öffentlichkeit kann an den Arbeitsgruppen teilnehmen, welche an den Restaurierungsstellen am Vihti-Fluss organisiert werden. Ende August wird es außerdem eine öffentliche Veranstaltung zum Finnischen Naturtag geben.

Kaakon jokitalkkari – Flussbeaufsichtigung in Südostfinnland

River-restoration_E_K_Kalatalouskeskus_Muurikkalan_myllykoskiKaakon jokitalkkari, das Flussbeaufsichtigungsprogramm hat zum Ziel, die Lachspopulation in Gewässern Südostfinnlands wiederherzustellen. Das Projekt wird jedes Jahr fortgeführt und Plan und Timing werden in Abhängigkeit von verfügbarem Budget und Fördermöglichkeiten definiert.

Mit Hilfe von EKOenergies Umweltfonds (10.000 € in 2015), führt die Beaufsichtigung Restaurierungsarbeiten in Bereichen um Wasserdämme durch, welche Fische von der Wanderung abhalten. Das Projekt wird Forschungsmaßnahmen zu den Umweltbedinungen des Flusses durchführen und die Ergebnisse zu deren Verbesserung nutzen. Es wird gemeinsam vom Südkarelischen Fischereizentrum und dem  Kymenlaakso Fischereizeintrum durchgeführt.

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Murronjoki-Flussrestaurierung in Saarijärvi, Finnland

Der Umweltfonds investierte insgesamt 73.000 € in Restaurierungen am Murronjoki-Fluss in Saarijärvi, Zentralfinnland. Ziel des Projektes war es, die Forelle und den europäischen Flusskrebs zurück in den Fluss zu bringen. Das Geld kommt dabei aus Verkäufen von EKOenergie-zertifizierter Wasserkraft der Firma Vattenfall.

Der Murronjoki-Fluss wurde stark von Holzbeförderung, Fischerei, Wald- und Landwirtschaft, sowie Hochwasserschutz beeinträchtigt. Die Leuhunkoski- und Hietama-Wasserkraftwerke verhindern außerdem eine Forellenwanderung im Fluss. Deshalb ist der Forellenbestand der Saarijärvi-Wasserroute abhängig von Neubesetzungen mit Fisch.

Die letzten Restaurierungsmaßnahmen wurden im Jahr 2015 durchgeführt. Die Arbeiten beinhalteten die Plazierung von Steinen und Kies im Fluss, um den Lebensraum für Forellen und Flusskrebse anzupassen.

Veröffentlichungen: Murronjoen valuma-alueen puroinventointi 2012

Flussrestaurierungen des Saaristomeri-Flussgebietes von Valonia, Südwestfinnland

Valonia ist ein Servicezentrum für nachhaltige Entwicklung und Energie in Südwestfinnland. In diesem Projekt wurden Flüsse im Saaristomeribecken in Kuninkoja, Paimionjoki, Uskelanjoki und Kiskonjoki-Pernionjoki wiederhergestellt. Valonia konzentrierte sich dabei insbesondere auf die Verbesserung der Lebensbedingungen der extrem bedrohten Forelle. Während der Restaurierungsarbeiten wurden Forellen-Laichgründe gebaut und Wanderhindernisse für Fische entfernt. EKOenergie finanzierte das Projekt 2015 mit 15.000 €.

Neben den Restaurierungen führte Valonia mit Hilfe von Elektrobefischung Untersuchungen zur Fischpopulation, sowie Erhebungen zur Wasserqualität und dem Zustand des Flusses durch. Sie begutachteten ebenfalls die Forellen-Laichgründe, um Daten zu sammeln und die Effekte der Restaurierungen zu überwachen. Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend und die Daten werden bei der Auswahl zukünftiger Gebiete für Restaurierungen genutzt werden.

Zusätzlich organisierte Valonia eine öffentliche Veranstaltung darüber, wie man den Zustand von Flüssen in Südwestfinnland verbessern kann. Ein bedeutender Aspekt des Projektes war die Einbeziehung von Freiwilligen. Während der Durchführung organisierte Valonia ein großes Netzwerk von Leuten, welche sich für Flussrestaurierungen interessieren.

Norina-Flussrestaurierung, Lettland

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Dammabriss, Norina-Fluss

Der Norina-Fluss in Nordlettland ist etwa 11 Kilometer lang, ein linksufriger Zubringer des Salaca-Flussbeckens und befindet sich im Naturschutzgebiet des Salaca-Tals. Das Restaurierungsprojekt des Norina-Flusses wurde 2015 mit 4.000 € aus dem Umweltfond gefördert.

Die Resturierung des Salmoniden-Wanderweges im Norina-Fluss ist insbesondere wichtig, weil das Salaca-Flussbecken der viert-produktivste Salmonid-Fluss der Ostesse ist. Es wird vorhergesagt, dass der Norina-Fluss hauptsächlich von Meeresforellen als Laichgrund genutzt werden wird.

Die Restaurierungsarbeiten fanden im Bereich zwischen der früheren Mühle und der Einmündung in den Salaca-Fluss statt. Die Arbeiten endeten am 15. Oktober 2015 mit einer Reinigung. Am Projekt beteiligten sich Repräsentanten des lettischen Naturverbundes, welcher die Arbeiten koordinierte, der Naturschutzvorstand und andere Naturfreunde. Während der Reingung wurde der frühere Mühlendamm abgerissen, um Salmoniden die Fischwanderung in ihre Laichgründe zu ermöglichen. Dies war ein historischer Moment, da die Fische wegen des Dammes seit etwa 100 Jahren nicht mehr flussaufwärts schwimmen konnten.

Finden Sie hier Bilder zu den Restaurierungsaktivitäten.

Hier und hier finden Sie Youtube-Videos zur Restaurierung (in lettisch, mit englischen Untertiteln, ursprünglich im lettischen Fernsehen gezeigt).

Mustionjoki-Projekt

Der Fluss Mustionjoki ist Teil des Karjaanjokigebiets und befindet sich im Bezirk Uusimaa in Südfinnland. Er fließt vom Fluss Lohjanjärvi aus in die Pohjanpitäjälahti-Bucht. Die Länge des Flusses beträgt 25 Kilometer. Auf dem Fluss befinden sich vier Wasserkraftwerke (in Åminnefors, Billnäs, Peltokoski und in Mustios Eisenhütte), die die flussaufwärts wandernden Fische daran hindern, wieder in den Fluss zurückzukehren. Eine gefährdete, im Fluss lebende Süßwasserperlmuschelart (Margaritifera margaritifera) ist auf die wandernden Salmoniden angewiesen, damit diese ihre Larven wieder flussaufwärts transportieren können. Zudem leben weitere seltene und gefährdete Arten im oder vom Fluss, z.B. die Bachmuschel (Unio crassus), die seltene Rotalge (Hildenbrandia rivularis) und der Eisvogel (Alcedo atthis). Der Mustionjoki-Fluss ist außerdem von großer Bedeutung für den Naturschutz, weil es immer noch einige fast-naturbelassene Bäche in seiner direkten Umgebung gibt. Der Fluss ist Teil des Natura 2000 Netzwerks der EU.

150 000 Euro des EKOenergie Fonds wurden genutzt, um eine Mehrkriterienanalyse für den Mustionjoki-Fluss durchzuführen, die die verschiedenen möglichen Maßnahmen zur Verbesserung des Lebensraumes für die Süßwasserperlmuscheln und die Lachsbestände miteinander vergleicht. Die Resultate dieser Analyse werden dabei helfen, die nächsten nötigen Schritte zu unternehmen, wie z.B. den Bau einer Fischpassage.

Weitere Informationen über das Projekt finden Sie unter www.sll.fi/mustionjoki (auf Finnisch).

EKOenergie hat auch eine begleitende Verbraucherkampagne ins Leben gerufen, um die Fischpassagenprojekte im Mustionjoki zu unterstützen. Der Name der Kampagne lautet “Fischpassagenelektrizität”. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Veröffentlichungen:

Kleine Bäche werden zu großen Flüssen

Illustration_river_restoration_FANC_FinlandDas “Puroista syntyy virta” – Projekt verbesserte die Wanderungs- und Laichbedingungen für Lachse im Isojoki-Lapväärtinjoki (Pohjanmaa) und Karvianjoki (Satakunta). Das Projekt erhielt 100.000 €, die aus EKOenergie-Verkäufen der Nordic Green Energy stammten. Das Projekt wurde von der Finnischen Vereinigung für Naturschutz geleitet.

Weitere Informationen gibt es auf der Projektwebsite (auf Finnisch und Schwedisch).

Veröffentlichungen:

Abschlussbericht (pdf auf Finnisch und Schwedisch)

Wanderfischbestände in Kainuu – Kainuun vaelluskalahanke

kainuun vaelluskalahankeEKOenergie stellte 15.000€ Kofinanzierung für dieses EU ERDF Operational Program in Kainuu, einer Region Finnlands, zur Verfügung.

Projektwebsite (auf Finnisch)

Veröffentlichungen:

Binnenforellen und -lachse im See Pielinen

pielinen mapVor dem Bau von Wasserkraftwerken stellte der Binnenlachs eine wichtige Lebensgrundlage für die im Projektgebiet lebenden Einheimischen dar. Bereits Ende des 17. Jahrhunders wurde hier traditionelles finnisches “Staudammfischen” betrieben, ohne, dass dies nennenswerte Einflüsse auf den Laichprozess gehabt hätte. Saimaas Binnenlachs war daran gewöhnt, in den Flüssen Pielisjoki und Koitajoki zu laichen, während die Bestände des Pielinen im Fluss Lieksanjoki laichten. Das Ziel des Projektes ist es, dem Lachs seinen natürlichen Lebenszyklus wieder zu ermöglichen. EKOenergie stellte 5.000€ Kofinanzierung für dieses EU ERDF Operational Program in Nordkarelien, Finnland, zur Verfügung. Das Gesamtbudget betrug 432.100€.

Projektwebsite (auf Finnisch)

Forschungsprogramm des Jagd- und Fischereiinstitutes über regulierte Flüsse

iijoki_radiotelemetriaEKOenergie hat 150 000 Euro zur Kofinanzierung dieses Forschungsprogramms des finnischen Jagd- und Fischereiinstituts zur Verfügung gestellt. Das gesamte Budget des Forschungsprogramms belief sich auf 1,4 Millionen Euro. Die Themengebiete des Forschungsprogramms waren

  • Fischpassagen und die Wiederermöglichung von Fischwanderungen
  • Die Auswirkungen von Flussrenaturierung und der Landnutzung von Wassereinzugsgebieten auf Fischpopulationen
  • Die sozialen, ökonomischen und kulturellen Aspekte einer Wiederermöglichung von Fischwanderungen

Projektwebsite (auf Englisch)

Veröffentlichungen:

Flusswiederaufbereitung des Murronjokis in Saarijärvi, Finnland

EKOenergie investierte 50.000 € aus seinem Umweltfonds, um Forellen und Edelkrebse wieder in den Murronjoki-Fluss zurückzubringen, der sich im Gebiet Saarijärvi in Zentralfinnland befindet. Dieses Geld stammt von Verkäufen von EKOenergie-zertifizierter Wasserkraft durch das Elektrizitätsunternehmen Vattenfall. Der Fluss Murronjoki war stark von den Auswirkungen von Flößerei, Fischfarmen, Forstwirtschaft, Landwirtschaft und Hochwasserschutzmaßnahmen beeinträchtigt worden. Zudem verhindern die Wasserkraftwerke Leuhunkoski und Hietama die Forellenwanderung im Fluss. Die in den Zuflüssen des Sees Saarijärvi lebenden Forellen sind daher von der Fischzucht abhängig.

Veröffentlichungen: Murronjoen valuma-alueen puroinventointi 2012

Wiederaufbereitung von Laichgründen im Fluss Vuoksi, Finnland

Der Fluss Vuoksi fließt im nördlichsten Teil der karelischen Landenge vom See Saimaa im Südosten Finnlands aus zum See Ladoga im Nordwesten Russlands. Der Fluss mündet in den See Ladoga mit drei Flussarmen; einem älteren Hauptarm in Priozersk (Käkisalmi), einem kleineren Arm einige Kilometer weiter nördlich und einem neuen südlichen Arm, dessen Mündung sich 50 Kilometer weiter im Südosten befindet. Dieser Arm wird Burnaya-Fluss (auf Finnisch: Taipaleenjoki) genannt und ist, was den Wasserabfluss anbelangt, zum Hauptarm geworden. Im finnischen Teil des Vuoksis befinden sich die beiden Wasserkraftwerke Tainionkoski (62 MW) und Imatra (170 MW), und im russischen Teil die Kraftwerke Enso-Vallinkoski (100 MW) und Lesogorsk/Rouhiala (100 MW). Das Projekt stellt Laichgebiete von Forellen und Äschen zwischen den Wasserkraftwerken Tainionkoski und Imatra wieder her. Das Gesamtbudget des Projekts beläuft sich auf 50 000€.

Aalwanderungsprojekt in Göta Älv, Schweden

lillån news cutEKOenergie hat 44.000€ (375.000 SEK) für Aalwanderungsprojekte in Göta Älv zur Verfügung gestellt. Das Geld stammt aus Vattenfalls Verkäufen von Strom aus Wasserkraft in Finnland. Das Projekt wurde vom Bra Miljöval – Label und der Naturskyddsföreningen, der größten Umweltorganisation Schwedens, betreut.