Der Umweltfonds von EKOenergie unterstützt Flussprojekte

The EKOenergy label: a green plug coming out of a plant with two leaves.

Laufende Projekte

Der Umweltfonds von EKOenergie finanziert jedes Jahr verschiedene Flusssanierungsprojekte. Die Projektdauer variiert zwischen einem und drei Jahren. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über die laufenden Projekte.

 

Aufzucht junger Süßwasserperlmuscheln

Wir haben 24.000€ für die Aufzucht von jungen Süßwasserperlmuscheln und Schutzmaßnahmen der Universität Jyväskylä gespendet. Dies ist ein Folgeprojekt des „Jagd auf die verlorene Perle“-Projekts, welches EKOenergie zuvor finanziert hat. Das Projekt zielt auch darauf ab, eine Rückkehr der Muscheln in die Natur zu planen.

 

Maijalankoski-Projekt

25.000€ gehen an Flussrenaturierungsmaßnahmen durch Maijalankoski (Finnische Gesellschaft zur Erhaltung von Gewässern, Virho): Die Maijalankoski-Stromschnellen sind keine geeigneten Fischlebensräume mehr und die Anzahl der dort lebenden Arten nimmt ab. Das Projekt wird verschiedene Maßnahmen zur Wiederaufbereitung des Baches unterstützen, welche die künftige Wiedereinführung von Lachs und Süßwasserperlmuschel in den Bach ermöglichen.

 

Mommolankoski-Projekt

EKOenergie spendete 12.500€ für eine Fischpassage im Mommolankoski Fluss. Dieses Projekt wird von der Organisation Valonia umgesetzt. Im Fluss Mommolanjoki gibt es drei Migrationshindernisse für Wanderfische. Das Projekt zielt darauf ab, das erste Hindernis an der Flussmündung abzuschaffen. Das Hauptziel dieses Projekts ist die Gestaltung einer Fischtreppe zum Mommolankoski-Damm. Dieser wird nach diesem Projekt je nach Finanzierung und Lizenzen gebaut.

 

Sierilä Ruderveranstaltung

6.000€ spendete EKOenergie an eine Kampagne in Sierilä am Fluss Kemijoki. Diese wurde durch Suomen Luonnonsuojeluliitto Rovaniemi umgesetzt. Kemijoki ist ein stark bebauter Fluss, der zur Stromerzeugung genutzt wird. Das einzigartige sandige Flussufer beherbergt jedoch die letzten überlebenden Populationen vieler gefährdeter Pflanzen- und Insektenarten. Ziel dieses Projekts ist es, das Bewusstsein für die Problematik des geplanten Sierilä-Staudamms auf dem letzten unberührten Abschnitt des Flusses Kemijoki zu schärfen und diesen zu verhindern. Dies ist die Fortsetzung des bisher geförderten Projekts.

 

Bachrestaurierung im Einzugsgebiet des Näsijärvi-Sees

Ziel des Projekts ist die Wiederherstellung der Bachforellenbestände im Gebiet des Näsijärvi-Sees. Die Restaurierungsarbeiten in den Bächen wurden bereits von Freiwilligen begonnen. Dazu gehören die Säuberung des Laichkies, die Bestandsaufnahme relevanter Standorte, die Unterstützung bei Pflanzungen und die Befragung lokaler Fischer. Derzeitige Zielgebiete sind die Bäche im Einzugsgebiet des Näsijärvi-Sees und stromaufwärts davon im Gebiet Ruovesi-Kuorevesi. Die Mittel werden für Maschinen, Schotter, Wander- und Elektrofischereikontrollen verwendet, während die Arbeit von Dutzende von Freiwilligen übernommen wird.

  • Verantwortliche Organisation: Stream Restoration Society, Finnland
  • Kontakt: Tuomas Rinne, Email: tuomas.juhana.rinne@gmail.com
  • Förderung aus dem EKOenergie Umweltfonds: 8.000€

Electric fishing in a stream in the Lake Näsijärvi catchment area, Finland. Photo: Stream Restoration Society

 

Jagd auf die verlorene Perle

Ziel des Projekts ist es, den Erhaltungszustand der gefährdeten Süßwasserperlmuschel (Margaritifera margaritifera) zu verbessern. Dazu wird eine Methode zur Ermittlung der potenziellen Flüsse und Bäche, die für Süßwasserperlmuscheln geeignet sein könnten, entwickelt. Diese Methode wird dann genutzt, um Schutzmaßnahmen und vorrangige Bereiche für Erhaltungs- und/oder Sanierungsinitiativen festzulegen. Im Gemeindegebiet von Hämeenkyrö wird eine Plattform für geografische Informationssysteme entwickelt und getestet. Die einzigen zwei derzeit bekannten Rekrutierungspopulationen sind in Hämeenkyrö zu finden. Der Bach Ruonanjoki hat eine rapid abnehmende Population und im Bach Turkimusoja wurde die Süßwasserperlmuschel erst vor kurzem entdeckt (2014). Es ist wahrscheinlich, dass es noch weitere kleine Populationen gibt, die jedoch nicht bekannt sind.

Früher war die Süßwasserperlmuschel in den Flüssen der nördlichen Hemisphäre von Nordwesteuropa bis nach Nordostamerika weit verbreitet. Aufgrund eines starken Rückgangs wird jedoch geschätzt, dass die Muschel jetzt nur noch in 5% ihres früheren Gebiets vorhanden ist. Der Lebenszyklus der Süßwasserperlmuschel wird durch das Vorhandensein des parasitären Glochidienstadiums verkompliziert. Das Überleben dieses Stadiums hängt von der Lokalisierung eines geeigneten Wirtsfisches und der anschließenden Ansiedlung des postglochidialen Stadiums in einem geeigneten Lebensraum ab. Die einzigen geeigneten Wirte für die Muschel sind die Bachforelle (Salmo trutta) und der Atlantische Lachs (Salmo salar), die durch Wasserkraftanlagen und Dämme in Mitleidenschaft gezogen wurden. Ergebnisse von Flussstudien in Europa zeigen, dass es in den meisten Flüssen keine Fortpflazung gibt und schon seit Jahrzehnten. Es wird geschätzt, dass sich eine große Mehrheit der Bevölkerung am Ende ihres Lebens und somit nahe am Aussterben befindet. Die Süßwasserperlmuschel ist ein Flaggfisch und eine Regenschirmart, die in der Vergangenheit das Wasser von Flüssen in ganz Europa besiedelt und gereinigt hat. Heute ist die Art vom Aussterben bedroht (IUCN) und der EU-Erhaltungszustand in allen biogeografischen Regionen ist ungünstig-schlecht. Die Muschel ist in Südfinnland fast komplett verschwunden, obwohl sie dort früher reichlich vorhanden war.

  • Verantwortliche Organisation: Gemeinde Hämeenkyrö, Finnland
  • Kontakt: Umweltbeauftragte Kaisa Pieniluoma, Email: kaisa.pieniluoma@hameenkyro.fi
  • Förderung aus dem EKOenergie Umweltfonds: 36.000€

 

„Let migration be free“-Projekt

Wanderfische sind vom Aussterben bedroht, und viele Populationen in den finnischen Inselgebieten besonders, da sie auf Grund von von Menschen verursachten Hindernissen, einer Verschlechterung des Lebensraums, einer schlechten Wasserqualität und einer Übernutzung nur schwer überleben können. Die Migrationsbarrieren in den Flüssen, die zum Archipelago fließen, sind hauptsächlich alte, nicht genutzte Mühlendämme. Es wird geschätzt, dass mehr als 100 Migrationsbarrieren in den Strömen Südwestfinnlands vorhanden sind.

Die meisten Forellenbestände (Salmo trutta) im Südwesten Finnlands sind ausgestorben oder aufgrund von Wasserkraftwerken, Dämmen und Baggerarbeiten nur noch sehr klein. In den Flüssen im Südwesten Finnlands haben jedoch einige genetisch ursprüngliche Forellenbestände überlebt.

Ziel des Projekts ist es, diese stark gefährdeten Forellenbestände durch den Abbau von Migrationsbarrieren und durch die Wiederherstellung von Forellenhabitaten im Südwesten Finnlands zu verbessern. Das Projekt zielt darauf ab, die Lebensräume der gefährdeten Meerforellen und anderer gefährdeter Arten zu verbessern, um das Aussterben einiger der letzten einheimischen Meerforellenpopulationen tatsächlich zu verhindern. Das Projekt wird auch das öffentliche Bewusstsein für wandernde Fische und Bachrestaurierungen schärfen.

  • Verantwortliche Organisation: Valonia, Finnland
  • Kontakt: Wasserspezialist Janne Tolonen, Email: janne.tolonen@valonia.fi
  • Förderung aus dem EKOenergie Umweltfonds: 25.000€

 

Wiederherstellung der Fischerei im Fluss Isojoki

Der Fluss Isojoki liegt in Mittelfinnland. Bachforellen und Äschen vermehren sich auf natürliche Weise im Fluss, aber die Fortpflanzung kann durch eine Restaurierung deutlich verbessert werden. Die Maßnahmen umfassen die Vergrößerung der Flächen mit Bodensubstrat, das zum Laichen geeignet ist, und die Sicherung des Wasserstandes während der Trockenzeit. Die Sanierungsmaßnahmen werden hauptsächlich in den flussabwärts gelegenen Gebieten auf einer 6,5 km langen Strecke zwischen Jokirinne und Pyyrinlahti in der Nähe des Keitele-Sees durchgeführt. Die Restaurierung erfolgt sowohl mit Maschinen als auch mit Handarbeit.

  • Verantwortliche Organisation: Beteiligte von Liimattala Fisheries, Finnland
  • Kontakt: Vorsitzender Markku Isoviita, Email: markku.isoviita@gmail.com
  • Förderung aus dem EKOenergie Umweltfonds: 25.000€

 

Anschluss eines Mäanders am Schnegaer Mühlenbach

Der Schnegaer Mühlenbach ist ein schnell fließender und recht natürlicher kleiner Fluss, der im Hochland entspringt und im feuchten Tiefland mäandert. Früher diente der Mühlenbach zum Antrieb von Wassermühlen, wodurch der natürliche Zustand in einigen Abschnitten stark verändert wurde.

Kennzeichnend für die biologische Bedeutung des Flusses sind seine Kiesbänke, die reichen und weiten feuchten Wiesen und die angrenzenden alten Weichholz-Auwälder, Lebensräume mit einer reichen Fauna und Flora. Bemerkenswert sind auch die hohe Population des Feuersalamanders (Salamandra salamandra) – eine seltene Amphibie im nördlichen Tiefland. Ims Schnegaer Mühlenbach selbst leben Süßwasserkrebse (Astacus astacus), die seltene Bachmuschel (Unio crassus), Forellen (Salmo trutta) und Otter (Lutra lutra).

Da der Mäander, der früher zum Schnegaer Mühlenbach gehörte, abgeschnitten wurde, um den Fluss zu begradigen, verlor er seine Kiesbänke. Die ursprüngliche Form des Mäanders kann man immer noch als beckenförmige Vertiefung im Boden erkennen. Der ehemalige Mäander hat eine bemerkenswerte Länge von fast 200 Metern und schlängelt sich durch ein großes Waldgebiet.

Es ist nun notwendig, den völlig trockenen Mäander wieder mit dem Schnegaer Mühlenbach zu verbinden und die Kiesbänke wieder freizulegen. Diese Maßnahmen sind wesentliche Elemente für eine bessere ökologische Morphologie des Schnegaer Mühlenbachs. Das Projekt umfasst die planmäßige Verbindung und Sanierung des Mäanders. Das Projektbudget beinhaltet die Kosten für den Bagger und den benötigten Kies.

  • Verantwortliche Organisation: Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Ökologische Station Landgraben-Dumme-Niederung
  • Kontakt: Petra Bernardy und Eckart Krüger, Email: station@bund-ldn.de
  • Förderung aus dem EKOenergie Umweltfonds: 21.000€

 

„Bless the Sieriniemi“ – Ruderveranstaltung für den letzten bebauungsfreien Teil des Flusses Kemijoki

Ziel der Veranstaltung ist es, den Bau des Sierilä-Staudamms auf dem letzten unbebauten Abschnitt des Flusses Kemijoki zu verhindern. Das sandige Flussufer direkt an der geplanten Stelle für das Kraftwerk Sierilä beherbergt die überlebenden Populationen vieler gefährdeter Arten. Ein seltener Schmetterling, die scholarly herd (Capricornia boisduvaliana), kommt beispielsweise nur in Finnland und nur in diesem speziellen Gebiet vor. Weitere Informationen finden Sie unter https://www.sll.fi/mita-me-teemme/vedet/vapaakemijoki. Die Projektkosten beinhalten die Planung, Organisation und Durchführung der Ruderveranstaltung Sieriniemen soutu in Rovaniemi vom 19.-23.7.2018. Veranstalter ist der örtliche Naturschutzverein in Rovaniemi in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Verein Oikarainen. Zur Unterstützung des Projekts wurden eine Lenkungsgruppe und eine Medienplanungsgruppe eingerichtet. Publizität und Sichtbarkeit in den Medien werden im Projekt eine Schlüsselrolle spielen.

  • Verantwortliche Organisation: Naturschutzverein Rovaniemi, siehe FB-Seite „Free River Kemijoki“, Finnland
  • Kontakt: Vorsitzende Sari Hänninen, Email: sari.hanninen@rovaniemi.fi
  • Förderung aus dem EKOenergie Umweltfonds: 10.000€

 

„Let River Mustijoki be a living river for salmon“-Projekt

Das Endziel des Projekts ist die Wiederherstellung einer Route für wandernde Fische, z.B. Meerforellen, von stromabwärts gelegenen Gebieten zu weiter oben gelegenen Gebieten, in denen sich jetzt hinter einem Damm größere Laichgebiete befinden. Um dieses Ziel zu erreichen, sind ein angemessener Fischfangplan und eine 3-Jahres-Studie erforderlich. Das Geld wird als Startkapital für die Förderung dieser Pläne verwendet, um weitere Finanzmittel und relevante Teilnehmer zu finden.

Freie Wasserstraßen im Kokemäenjoki-Einzugsgebiet

Das Kokemäenjoki-Einzugsgebiet liegt im Südwesten Finnlands, hauptsächlich im Landkreis Pirkanmaa. Die Zielgebiete des Projekts werden auf der Grundlage früherer Verbreitungs- und Genstudien der Bachforellenpopulationen ausgewählt. Das Endziel des Projekts ist die Wiederherstellung der Flussanbindung, um die Ausbreitung der genetisch noch ursprünglichen Forellenpopulationen zu ermöglichen. Die Informationen zu den vorhandenen Unterpopulationen der Bachforelle werden genutzt, um weitere Maßnahmen zum Wohle der Fische zu entwickeln.

Das 2-Jahres-Projekt umfasst eine Studie zur Wiederherstellung von Betonflüssen und zur Fischmigration in diesem Einzugsgebiet im Landkreis Pirkanmaa. Die Maßnahme umfasst die Beseitigung von Migrationshindernissen und die Wiederherstellung von Laichgebieten. Gleichzeitig wird die Migration von Forellenpopulationen untersucht, die sich auf natürliche Weise fortpflanzen.

 

Entwicklung eines neuen Fischpassagentyps

Eine bemerkenswerte Herausforderung bei der Planung von Fischpassagen ist die Schaffung einer ausreichenden Anziehungsströmung, die den Tieren die Richtung zur Fischpassage zeigt. Für Kraftwerke ist Wasser eine Ressource, die zur Stromerzeugung benötigt wird und somit effektiv genutzt wird. Doch in vielen Anlagen tritt die sog. Bypass-Strömung – das überschüssige Wasser, das in Turbinen nicht zur Stromerzeugung verwendet werden kann – regelmäßig während der Fischwanderungszeit im Frühjahr und Herbst auf. In aktuellen Fischpassagenanlagen wird der Bypassstrom nicht zum Wohle der Fische genutzt. Ziel des Projekts ist es, einen neuen Fischpassagentyp zu schaffen, der diese Strömung nutzt.

  • Verantwortliche Organisation: Kala-ja vesitutkimus Oy
  • Kontakt: Forscher Petri Karppinen, Email: petri.karppinen@kalajavesitutkimus.fi
  • Finanzierung aus dem EKOenergie Umweltfonds: 6.000€

 

Wiederherstellung von Lebensräumen im Fluss Merikarvianjoki

Der Fluss Merikarvianjoki befindet sich in der Region Satakunta. Der Bachforellenbestand des Flusses leidet unter dem Mangel an Fortpflanzungsflächen. Das Restaurierungsprojekt konzentriert sich auf den Ersatz ungeeigneter, scharf geformter Grundsteine ​​durch naturähnliches Kies- und Gesteinsmaterial. Möglicherweise profitieren auch Lachs- und Felchenbestände von dieser Maßnahme.

  • Verantwortliche Organisation: Gemeinde Merikarvia
  • Kontakt: Geschäftsführerin Marianne Hakala, Email: marianne.hakala@merikarvianjoki.fi
  • Finanzierung aus dem EKOenergie Umweltfonds: 3.700€
Lankoski rapids, Merikarvianjoki river. Photo: kallerna (CC0 1.0)

Stromschnellen von Lankoski, Fluss Merikarvianjoki. Foto: kallerna (CC0 1.0)