Solar vs. Diesel: Warum ländliche Regionen Solarenergie nutzen sollten

Ländliche Gemeinden, die sich nach einer Möglichkeit der Stromversorgung umsehen, haben in der Regel sehr begrenzte Auswahlmöglichkeiten. Generell ist man sich zwar einig, dass Solargeneratoren im Gegensatz zu Dieselgeneratoren auf lange Sicht günstiger sind, doch trotzdem bleibt der Diesel eine beliebte Wahl. Warum ist das so und wie können Fonds wie unser EKOenergie Klimafonds zur Lösung dieses Problems beitragen?

21/01/19
Geschrieben von Cameron Boggon
Übersetzt von Amelie Oheim

Der Zugang zu Elektrizität kann für ländliche Gemeinden ein großer Segen sein. Wasserpumpen sparen stundenlanges manuelles Transportieren von Wasser. Innenbeleuchtungen und Klimaanlagen ermöglichen einen längeren Arbeitstag. Der Betrieb eines Kühlschranks ermöglicht die Lagerung von Medikamenten und Impfstoffen. Elektrisch betriebene Lampen verringern gleichzeitig das Verbrennen von fossilen Brennstoffen, das Brandrisiko und das Einatmen schädlicher Dämpfe (mit schätzungsweise 4,3 Millionen vorzeitigen Todesfällen im Jahr 2012). Durch gut konzipierte Projekte, die auf Elektrifizierung abzielen, kann wertvolle Zeit und Arbeit eingespart werden, sodass sich die Menschen auf andere wirtschaftliche oder soziale Aufgaben konzentrieren können.

Ländliche Gemeinden, die weit abgelegen vom nationalen Stromnetz liegen, benötigen unabhängige Generatoren für die Stromproduktion. Wenn sie sich nicht in der Nähe eines großen Flusses oder Sees befinden, an welchem ein Wasserkraftwerk errichtet werden könnte, sind ihre Optionen meist auf die Solarenergieerzeugung oder einen Dieselgenerator beschränkt.

Solaranlagen haben hohe Anschaffungskosten, hingegen aber sehr niedrige Betriebskosten. Das Säubern der Kollektoren, das Austauschen des Wechselrichters (der normalerweise eine Garantie von 5-10 Jahren hat) und einige standardmäßige elektrische Wartungsarbeiten genügen in aller Regel.

Sonnenkollektoren haben auch eine sehr lange Lebensdauer. Hersteller bieten eine Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren an, wobei die Stromproduktion nach dieser Zeit auf rund 80% der ursprünglichen Leistung sinkt Der Grund für diese Langlebigkeit ist, dass Sonnenkollektoren keine beweglichen Teile haben. Nur durch langfristige Auswirkungen von UV-Strahlen werden die Platten langsam ineffizienter.

Dieselgeneratoren hingegen haben konstante Betriebskosten, da Kraftstoff, Reinigung und Filterwechsel erforderlich sind. Dieselgeneratoren sind zwar in ihrer Anschaffung sehr billig, ihre Nettokosten steigen jedoch mit der Zeit langsam an. Diesel Generatoren sind zudem unzuverlässiger und erfordern häufiger teure Reparaturen. Aus mehreren Studien zu diesem Thema lässt sich schließen, dass Solargeneratoren langfristig eine günstigere Option sind. Die Studien stammen aus Forschungszentren des Solar Electric Light Fund, der Universitas Gadjah Mada, der Abubakar Tafawa Balewa University, der Arba Minch University und dem Indian Institute of Technology.

Trotzdem bleiben Dieselgeneratoren die beliebteste Wahl bei der Stromerzeugung. Warum? Die Anschaffungskosten eines Solargenerators können 5- bis 10-mal höher sein als die eines Dieselgenerators. Gemeinden mit beschränktem Kapital verfügen einfach nicht über die Ressourcen, um die hohen Anschaffungskosten von Solaranlagen zu zahlen. Zusätzliche Faktoren wie das Diebstahlrisiko, Reparaturschwierigkeiten und Anfälligkeit für Blitzeinschläge erhöhen das finanzielle Risiko nochmals, das mit einer Investition in Solaranlage anstelle von Dieselgeneratoren verbunden ist.

Es besteht daher eine Lücke, in der Initiativen wie der EKOenergie Klimafonds eine wichtige Rolle spielen. Zwei beispielhafte Projekte, die der Klimafonds zwischen 2016 und 2018 finanziert hat, sind Solaranlagen in Togo und in Jinotega, Nicaragua. Bei diesen Projekten ging es im Wesentlichen darum, die Kosten der Solaranlage zu finanzieren, um Investitionen in die Solarenergie für Gemeinden mit begrenztem Kapital zu einer realisierbaren Option zu machen.

Bei dem Projekt in Nicaragua wurde beispielsweise ein revolvierender Fonds für eine Genossenschaft von Kaffeeproduzenten eingerichtet. Der Fonds stellte den Kleinunternehmern erschwingliche Kredite zur Verfügung, damit sie Sonnenkollektoren kaufen konnten. Mit der Zeit zahlt der Unternehmer den Kredit zurück, woraufhin dieses Geld dann wieder dazu verwendet wird, Darlehen an andere Unternehmer zu vergeben, damit diese dasselbe tun können. Auf diese Weise „revolviert“ der Fonds und schafft ein nachhaltiges Modell, wodurch Personen Zugang zum erforderlichen Kapital für eine PV-Anlage erhalten.

Der Klimafonds unterstützt Projekte wie diese auf der ganzen Welt. Unser Fokus liegt auf Projekten, die ein starkes Engagement der Gemeinschaft beinhalten und mehrere nachhaltige Entwicklungsziele ansprechen. Der Klimafonds wird durch den Verkauf von EKOenergie-zertifiziertem Strom. finanziert. Wenn auch Sie erneuerbare Energie kaufen möchten, die aus 100% erneuerbaren Energien stammt und den eben angesprochenen Klimafonds unterstützt, wenden Sie sich bitte an EKOenergie.